Der abendliche Sternhimmel von Januar bis Dezember (Animation)
(Maus over zeigt aktuellen Monat)
Der abendliche Sternenhimmel im Oktober 2026
Mit dem fortschreitenden Herbst und den früher einsetzenden Sonnenuntergängen öffnet sich ein immer klarer werdendes Fenster zum nächtlichen Himmel. Die Luft wird kühler, die Nächte länger – und mit ihnen wächst die Gelegenheit, die Sterne in aller Ruhe zu betrachten.
In den ersten Abendstunden hält die vertraute Formation des Sommerdreiecks aus Wega, Deneb und Atair im Westen noch stand, ehe sie im Laufe der ersten Nachthälfte tief im Nordwesten und Südwesten versinkt und den Herbstgestirnen endgültig das Feld überlässt.
Währenddessen wachen hoch im Norden die zirkumpolaren Sternbilder Kassiopeia und Kepheus über das Himmelszelt; während das prachtvolle „W“ der Kassiopeia unübersehbar thronend über dem Nordhimmel steht, zieht Kepheus als stiller König an ihrer Seite seine ruhigen Bahnen um den Polarstern.
Mit voranschreitender Stunde tritt das Herbstviereck des Pegasus hoch im Süden in den Vordergrund und bildet als raumgreifendes Quadrat den verlässlichen Ankerpunkt der nächtlichen Orientierung.
Direkt an das Herbstviereck anknüpfend, steigt das Sternbild Andromeda um Mitternacht fast senkrecht bis nahe an den Zenit auf, in dessen Herzen mit der Andromeda-Galaxie das fernste mit bloßem Auge sichtbare Objekt schimmert. Dem Pfad Andromedas nach Osten folgend, erklimmt der Sagenheld Perseus die nächtliche Bühne und enthüllt zwischen seinen Sternen das Funkeln des Doppelsternhaufens im Perseus als Juwel der Milchstraße.
Tief im Südosten unterhalb des Pegasus erstrecken sich schlussendlich die weitläufigen, sanfteren Sternbilder des Walfischs und der Fische. Zu späterer abendlicher Stunde schiebt sich schließlich der kraftvolle Stier über den östlichen Horizont und führt die prachtvoll schimmernden Haufen der Plejaden und Hyaden mit sich.
Den Auftakt der planetaren Parade macht im Oktober der Ringplanet Saturn, der kurz nach seiner Opposition bereits ab der frühen Abenddämmerung als ruhiger, goldener Blickfang im Süden steht und die gesamte erste Nachthälfte dominiert. Mühelos mit bloßem Auge zu erkennen, zieht er im Grenzbereich von Fischen und Walfisch seine Bahn, ehe er sich erst weit nach Mitternacht im Westen neigt. In der zweiten Nachthälfte betritt Mars, der rötlich schimmernde Wüstenplanet, die Himmelsbühne. Seine Aufgänge verfrühen sich im Laufe des Monats spürbar um fast zwei Stunden, wodurch er von Woche zu Woche früher die östliche Nacht erhellt. Den glanzvollen Schlusspunkt setzt schließlich der Gasriese Jupiter, der in den späten Nachtstunden im Osten emporsteigt und als strahlender Herrscher des Morgenhimmels die Frühaufsteher bis in die erste Dämmerung begleitet.
Unser stiller Begleiter erreicht am 3. Oktober sein letztes Viertel und nimmt auf seinem Weg bis zum Neumond am 10. Oktober weiter ab. In den Morgenstunden dieser Phase begegnet der Mond am 5. Oktober dem Mars und nur einen Tag später dem Göttervater Jupiter. Sein anschließendes nächtliches Wachstum führt ihn über das Erste Viertel weiter bis zum Vollmond am 26. Oktober. Ein Weg, der am Vorabend durch eine reizvolle Begegnung mit Saturn gekrönt wird, bevor der Mond schlussendlich in voller Pracht über den Herbstnächten steht.
Auch Sternschnuppenfans kommen auf ihre Kosten: In der fast mondlosen Nacht vom 8. auf den 9. Oktober bieten die verhaltenen Draconiden bereits am Abend gute Beobachtungsbedingungen. Das Glanzlicht bilden jedoch die flinken Orioniden in der Nacht vom 21. auf den 22. Oktober, die nach dem Monduntergang ab drei Uhr morgens mit bis zu zwanzig Leuchtspuren pro Stunde über den Himmel huschen.




