Der abendliche Sternhimmel von Januar bis Dezember (Animation)
(Maus over zeigt aktuellen Monat)
Der abendliche Sternenhimmel im Mai 2026
Der Mai führt den Frühlingshimmel zu seiner schönsten Zeit. Die hellen Wintersternbilder sind fast verschwunden, und der Abendhimmel gehört nun ganz den Sternen des Frühlings. Gegen 22 Uhr steht der Löwe mit seinem Hauptstern Regulus noch gut sichtbar im Südwesten. Weiter südlich zieht die Jungfrau mit ihrem hellen Stern Spica den Blick auf sich, während im Südosten bereits Arktur im Bärenhüter leuchtet – auffällig hell und mit seinem warmen orangefarbenen Licht kaum zu übersehen. Diese drei Sterne bilden das große Frühlingsdreieck aus Arktur, Spica und Regulus. Es prägt den südlichen Himmel des Monats und dient als zuverlässige Orientierung für die Frühlingsnächte. Im Westen sinken die Zwillinge mit Pollux und Castor bereits tiefer in Richtung Horizont. Der Fuhrmann mit Capella verabschiedet sich im Nordwesten endgültig vom Abendhimmel. Als vertrauter Wegweiser steht dort zirkumpolar, also ganzjährig sichtbar, auch der Große Wagen, dessen markante Form selbst Einsteigern leicht ins Auge fällt.
Bei den Planeten zeigt sich der Mai in ruhigem, aber reizvollem Licht. Venus ist nun wieder Abendstern und bietet ihre beste Sichtbarkeit. Sie erscheint kurz nach Sonnenuntergang tief im Westen und ist schon in der hellen Abenddämmerung gut erkennbar. Jupiter steht nach Sonnenuntergang noch immer auffällig und hell im Sternbild Zwillinge. Er ist das markanteste planetarische Objekt des Abendhimmels, zieht sich jedoch bis zum Monatsende zunehmend früher zurück.
Mars bleibt zunächst unbeobachtbar, taucht aber gegen Ende des Monats in der Morgendämmerung erstmals wieder knapp vor Sonnenaufgang auf.
Der Mond zeigt im Mai einen besonders reizvollen Wandel. Bereits am 1. Mai steht der Vollmond die ganze Nacht am Himmel und eröffnet den Monat mit hellem Mondschein. Am 9. Mai folgt das letzte Viertel, der Mond begleitet nun vor allem die zweite Nachthälfte und den Morgen. Zur Neumondnacht am 16. Mai bleibt der Himmel mondlos und besonders dunkel. Am Abend des 18. Mai erscheint tief im Westen eine schmale junge Mondsichel neben der Venus – begleitet von besonders gut sichtbarem Erdschein, jenem zarten aschgrauen Leuchten der unbeleuchteten Mondseite, das als Da-Vinci-Glow bekannt ist.
Zwei Tage später, am 20. Mai, steht der Mond nahe bei Jupiter im Sternbild Zwillinge und bildet mit ihm einen schönen Blickfang am westlichen Abendhimmel. Am 23. Mai erreicht der Mond sein erstes Viertel. Er steht bereits tagsüber über dem Horizont und ist am Abend als zunehmender Halbmond gut zu sehen. Am 31. Mai folgt schließlich ein zweiter Vollmond und beschließt den Monat mit einem seltenen, besonders hellen Monatsausklang. Er wird nicht blau, sondern erinnert uns nur daran, dass unsere künstlichen Kalender nicht perfekt mit den Rhythmen der Natur übereinstimmen.
Auch ein besonderer Himmelsgruß gehört zum Mai. In den Morgenstunden des 6. Mai erreichen die Eta-Aquariiden ihr Maximum. Dieser Meteorstrom geht auf Staubspuren des Halleyschen Kometen zurück. Die Sternschnuppen scheinen aus dem Sternbild Wassermann zu kommen, dessen Radiant in der Morgendämmerung tief im Südosten steht. Unter klarem Himmel sind vor allem in den frühen Morgenstunden mehrere schnelle Meteore zu erwarten.
So zeigt sich der Mai als stiller, heller Frühlingsmonat: mit dem Frühlingsdreieck als Himmelszeichen der Saison, mit Jupiter am Abend, Venus in der Dämmerung und einem seltenen zweiten Vollmond zum Monatsende.




